Veranstaltungen

Für Anregungen und Wünsche sind wir dankbar. Schreiben Sie bitte gerne eine E-Mail an: winfried.weber@uni-wuerzburg.de

1. Vortrag (virtuell)

„Aus Bytes werden Böden“

Mittwoch 01.12.2021 19:00 Uhr

Zoom-Link:
https://tum-conf.zoom.us/j/65219924545
Meeting-ID: 652 1992 4545
Kenncode: 1234

Von Prof. Dr. Birgit Terhorst und M.Sc. Simon Meyer-Heintze
Institut für Geographie und Geologie Lehrstuhl für Physische Geographie
Universität Würzburg

Der Boden umfasst den oberen Ausschnitt der Erdrinde, in dem das Gestein durch Klima, Organismen, Relief, Wasser, Zeit und menschliche Aktivität umgewandelt wird.
Es ist schwierig, die einzelnen Faktoren der Bodenbildung isoliert voneinander zu betrachten und zu quantifizieren, da sie in komplexen Wechselbeziehungen zueinander stehen. Die vielfältigen Bodentypen in der Landschaft werden in der Regel durch kosten- und zeitintensive Feldkartierungen erfasst. Zur Minimierung des Aufwandes bedient man sich statistischer Ansätze, die Aussagen über die räumliche Verteilung spezifischer Bodentypen ermöglichen.
Der Vortrag thematisiert Grundlagen der Pedologie und zeigt die Arbeitsabläufe bis zur Modellierung und Visualisierung der Ergebnisse in Karten zur Verbreitung der Bodentypen im Stadtgebiet Würzburg.

Abb.: S. Meyer-Heintze

2. Vortrag (virtuell)

Wie verändern digitale Karten unsere Kartenlese- und Raumorientierungskompetenz?“

Montag, 17.01.2022 20:00 Uhr
(Der Zoom-Link wird rechtzeitig bekannt gegeben)

in Zusammenarbeit mit der Geographischen Gesellschaft Würzburg

Prof. Dr. Mark Vetter
Studienbereich GEO
Hochschule für angewandte Wissenschaften
Würzburg-Schweinfurt

Gehörten Kartenlesefähigkeit, Kompassgebrauch und Höhenmessereinsatz noch bis vor wenigen Jahren zum Allgemeingut, zumindest unter Geographinnen und Geographen, so verlieren diese Fähigkeiten in der letzten Zeit doch deutlich an Präsenz. Möglicherweise wird dieses Kompetenzfeld inzwischen durch den zunehmenden Gebrauch digitaler Orientierungshilfen wie etwa Navigationsgeräten, Navi-Apps etc. verdrängt und ersetzt. Der
Vortrag geht daher der These nach, ob und inwieweit moderne Orientierungsinstrumente die ursprüngliche Fähigkeit des Sich-Orientieren-Könnens beeinträchtigen. Und, so fragt der Vortragende, selbst ehemaliger Schriftleiter der ebenso traditionsreichen wie hochmodernen
Fachzeitschrift „Kartographische Nachrichten“, ist das überhaupt bedauerlich. Sind analoge Karten entbehrlich? Sterben die Kartographen aus? Und was bedeutet das für die Geographie?

Abb: M. Vetter

3. Vortrag (virtuell)

Was uns Atlanten erzählen
(oder verschweigen)“

Montag, 31.01.2022 20:00 Uhr
(Der Zoom-Link wird rechtzeitig bekannt gegeben)

in Zusammenarbeit mit der Geographischen Gesellschaft Würzburg

Dipl.-Geogr. Eric Losang
Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig

Seit ihrer vermeintlich ersten Veröffentlichung vor 450 Jahren haben Atlanten, ihre Darstellungsformen und Strukturen, die Intention ihrer Produktion und letztlich Ihre Rezeption und Nutzung vor dem Hintergrund technischer, sozialer und politischer Veränderungen stetige Anpassungen und Diversifizierung erfahren. Zahlreiche Faktoren sind in unterschiedlicher Gewichtung für die Entwicklung von neuen und die Weiterentwicklung hergebrachter Atlasformate heranzuziehen, deren epistemologisches Leitbild sich vornehmlich im Zeitalter der Digitalisierung und Vernetzung dramatisch veränderte.
Aber, sind Atlanten etwas anderes als eine Zusammenstellung von Karten, gebunden zwischen zwei Pappdeckeln, gespeichert auf einen Datenträger oder vereinigt unter der gleichen Webadresse? Für manche sind sie ein Relikt, für viele Kartographen häufig das ultimative kartographische Produkt, gleichsam das Aushängeschild ihrer Disziplin.
Die simple Zusammenstellung von Karten gewinnt an Bedeutung, wenn man ihr eine Intention unterstellt. Reihenfolge, Auswahl, Vereinfachung von Sachverhalten – ein Atlas ist gleichsam das Produkt einer Generalisierung der geographischen Wirklichkeit auf einem höheren Niveau als dies bei Karten geschieht.
Wie veränderten sich amerikanische Weltatlanten nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg? Sind Nationalatlanten wirklich nur Atlanten, welche das Wissen über die natürlichen, ökonomischen und politisch-geographischen Verhältnisse eines Staates wiedergeben?
Welche Geschichte erzählt ein Atlas der Orte, die es nicht gibt? Welche Karten finden sich in einem Atlas mit dem Titel „This is not an atlas“?
Diesen zugegeben plakativen Fragen folgt der Vortrag und reflektiert die Geschichte von Atlanten vor dem Hintergrund möglicher Geschichten, die durch sie erzählt werden sollten und versucht, sich verändernde Ordnungen, Strukturen und Darstellungsmuster kritisch-kartographisch im Kontext ihrer Entstehungsumstände zu betrachten. Dabei sind kartographische Ansätze des 16. Jahrhunderts ebenso bedeutsam wie philosophische Ansätze, geboren im Paris der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Abb.: World Geo-Graphic Atlas (1953)

zu den bundesweiten DGfK Veranstaltungen

Jan
17
Mo
2. Vortrag (virtuell): „Wie verändern digitale Karten unsere Kartenlese- und Raumorientierungskompetenz?“
Jan 17 um 20:00 – 21:00

Prof. Dr. Mark Vetter
Studienbereich GEO
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt in Zusammenarbeit mit der Geographischen Gesellschaft Würzburg

Gehörten Kartenlesefähigkeit, Kompassgebrauch und Höhenmessereinsatz noch bis vor wenigen Jahren zum Allgemeingut, zumindest unter Geographinnen und Geographen, so verlieren diese Fähigkeiten in der letzten Zeit doch deutlich an Präsenz. Möglicherweise wird dieses Kompetenzfeld inzwischen durch den zunehmenden Gebrauch digitaler Orientierungshilfen wie etwa Navigationsgeräten, Navi-Apps etc. verdrängt und ersetzt. Der
Vortrag geht daher der These nach, ob und inwieweit moderne Orientierungsinstrumente die ursprüngliche Fähigkeit des Sich-Orientieren-Könnens beeinträchtigen. Und, so fragt der Vortragende, selbst ehemaliger Schriftleiter der ebenso traditionsreichen wie hochmodernen
Fachzeitschrift „Kartographische Nachrichten“, ist das überhaupt bedauerlich. Sind analoge Karten entbehrlich? Sterben die Kartographen aus? Und was bedeutet das für die Geographie?

Jan
31
Mo
3. Vortrag (virtuell): „Was uns Atlanten erzählen (oder verschweigen)“
Jan 31 um 20:00 – 21:00

Dipl.-Geogr. Eric Losang
Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig in Zusammenarbeit mit der Geographischen Gesellschaft Würzburg

Seit ihrer vermeintlich ersten Veröffentlichung vor 450 Jahren haben Atlanten, ihre Darstellungsformen und Strukturen, die Intention ihrer Produktion und letztlich Ihre Rezeption und Nutzung vor dem Hintergrund technischer, sozialer und politischer Veränderungen stetige Anpassungen und Diversifizierung erfahren. Zahlreiche Faktoren sind in unterschiedlicher Gewichtung für die Entwicklung von neuen und die Weiterentwicklung hergebrachter Atlasformate heranzuziehen, deren epistemologisches Leitbild sich vornehmlich im Zeitalter der Digitalisierung und Vernetzung dramatisch veränderte.
Aber, sind Atlanten etwas anderes als eine Zusammenstellung von Karten, gebunden zwischen zwei Pappdeckeln, gespeichert auf einen Datenträger oder vereinigt unter der gleichen Webadresse? Für manche sind sie ein Relikt, für viele Kartographen häufig das ultimative kartographische Produkt, gleichsam das Aushängeschild ihrer Disziplin.
Die simple Zusammenstellung von Karten gewinnt an Bedeutung, wenn man ihr eine Intention unterstellt. Reihenfolge, Auswahl, Vereinfachung von Sachverhalten – ein Atlas ist gleichsam das Produkt einer Generalisierung der geographischen Wirklichkeit auf einem höheren Niveau als dies bei Karten geschieht.
Wie veränderten sich amerikanische Weltatlanten nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg? Sind Nationalatlanten wirklich nur Atlanten, welche das Wissen über die natürlichen, ökonomischen und politisch-geographischen Verhältnisse eines Staates wiedergeben?
Welche Geschichte erzählt ein Atlas der Orte, die es nicht gibt? Welche Karten finden sich in einem Atlas mit dem Titel „This is not an atlas“?
Diesen zugegeben plakativen Fragen folgt der Vortrag und reflektiert die Geschichte von Atlanten vor dem Hintergrund möglicher Geschichten, die durch sie erzählt werden sollten und versucht, sich verändernde Ordnungen, Strukturen und Darstellungsmuster kritisch-kartographisch im Kontext ihrer Entstehungsumstände zu betrachten. Dabei sind kartographische Ansätze des 16. Jahrhunderts ebenso bedeutsam wie philosophische Ansätze, geboren im Paris der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts.